„Wir haben zugehört“

26.02.2026
Beschluss

CDU legt Position zur Schulentwicklung in Wentorf fest

Die CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung Wentorf hat nach intensiver Beratung und umfassender Auswertung der vorliegenden Unterlagen ihre Position zur zukünftigen Schulentwicklung festgelegt. Ergebnis des Beratungsprozesses ist eine klare Priorisierung: Das sogenannte Schulcampus-Modell wird derzeit nicht weiterverfolgt. Stattdessen soll zunächst die Gemeinschaftsschule eigenständig weiterentwickelt werden. Das Gymnasium bleibt dabei ausdrücklich Bestandteil der mittel- bis langfristigen Planungen.

Sorgfältige Prüfung aller Varianten

Ausgangspunkt der Entscheidungsfindung war das Ziel, für beide weiterführenden Schulen – die Gemeinschaftsschule und das Gymnasium – eine tragfähige und zukunftsorientierte Lösung zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund wurde auch das Campusmodell nicht vorschnell verworfen, sondern umfassend geprüft.

Grundlage bildete unter anderem eine systematische Bewertungsmatrix. In dieser wurden die unterschiedlichen baulichen Varianten anhand zentraler Kriterien gegenübergestellt. Bewertet wurden insbesondere:

  • bauliche Rahmenbedingungen
  • verkehrliche Auswirkungen
  • Umsetzbarkeit und zeitliche Perspektive
  • Akzeptanz in den Schulgemeinschaften
  • Auswirkungen auf die schulische Identität
  • finanzielle Aspekte

Differenziertes Ergebnis der Bewertung

Die Auswertung zeigt ein ausgewogenes Bild. Das Campusmodell bietet Vorteile hinsichtlich verkehrlicher Bündelung und baulicher Konzentration. Gleichzeitig wurden jedoch erhebliche Bedenken deutlich – insbesondere mit Blick auf die Identität der einzelnen Schulen, die Akzeptanz bei Eltern, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern sowie qualitative Aspekte des Schulalltags. Diese Gesichtspunkte haben für die CDU ein besonderes Gewicht.

Auch finanzielle Kriterien wurden in die Bewertung einbezogen. Nach aktuellem Stand ergeben sich daraus keine eindeutigen Ausschlussgründe für oder gegen das Campusmodell. Die in der Machbarkeitsstudie dargestellten Synergieeffekte fallen allerdings geringer aus als ursprünglich erwartet.

Rückmeldungen aus der Bürgerschaft einbezogen

In die Entscheidungsfindung sind neben den fachlichen Unterlagen auch zahlreiche Rückmeldungen aus der Bürgerschaft eingeflossen. Insbesondere im Rahmen der öffentlichen Veranstaltungsreihe „Wentorfer Gespräch“ sowie in vielen persönlichen Gesprächen mit Eltern, Lehrkräften und Bürgerinnen und Bürgern wurden unterschiedliche Perspektiven und Erwartungen deutlich. Diese Rückmeldungen wurden in der Gesamtbewertung berücksichtigt.

Schrittweises Vorgehen mit klarem Fokus

Vor diesem Hintergrund setzt die CDU auf ein schrittweises und realistisch umsetzbares Vorgehen. Zunächst soll die Gemeinschaftsschule eigenständig weiterentwickelt werden. Gleichzeitig bleibt das Gymnasium Teil der strategischen Schulentwicklungsplanung.

Entscheidend ist dabei, die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde insgesamt zu sichern. Nur so können mittel- und langfristig tragfähige Lösungen für beide Schulen entwickelt werden. Dazu gehört aus Sicht der CDU eine weiterhin kritische Prüfung von Ausgaben ebenso wie die Unterstützung der Gewerbeentwicklung zur Stärkung der kommunalen Einnahmenbasis.

Transparente und abgewogene Entscheidungsfindung

Für die CDU Wentorf steht eine transparente und sachorientierte Entscheidungsfindung im Mittelpunkt. Maßstab ist nicht die Verwirklichung einzelner Wunschvorstellungen, sondern die Frage, welche Lösung unter den gegebenen Rahmenbedingungen pädagogisch sinnvoll, organisatorisch tragfähig und gesellschaftlich akzeptiert ist.

Die Veranstaltungsreihe „Wentorfer Gespräch“ wird auch in diesem Jahr fortgesetzt, um den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern weiter zu vertiefen und die Schulentwicklung offen zu begleiten.